Frank Miller - Der Sin City Zyklus

  • Totschläger in Schwarz/Weiss oder Millers düstere Welt in Schwarz



    Was ist Sin City ?


    Sin City ist der Titel einer Comicreihe von Frank Miller, die von April 1991 bis Juni 1992 in dreizehn Bänden bei Dark Horse Comics erschienen ist. In einem Film Noir-ähnlichem Stil illustriert, erzählt die Comicreihe von Gesetzlosen und Psychopaten in der fiktiven Stadt Basin City. Verschiedene andere Geschichten des Autors spielen ebenfalls hier.


    Sin City wurde 2005 von Robert Rodriguez, Frank Miller und Quentin Tarantino verfilmt.



    Frank Miller Biographie



    Frank Miller wurde am 27.Januar 1957 in Olney geboren.
    Miller wuchs in Vermont auf, wurde ein professioneller Comiczeichner und arbeitete für eine Reihe von großen amerikanischen Verlagen, zum Beispiel Gold Key, DC Comics und Marvel Comics. Man wurde durch zwei Geschichten zur Comicserie Spider-Man auf ihn aufmerksam. Er bekam eine Stelle als Zeichner bei Marvel. Bald war er der Hauptzeichner von Daredevil, und schnell übernahm er auch die Schreibarbeiten an dem Titel. Millers Fangemeinde wuchs ständig, er bekam sehr positive Kritiken und Achtung in der Branche.


    Während der Zeit als freier Comiczeichner wurde Miller zunehmend Stimmführer der amerikanischen Künstlerrechte-Bewegung. Ein Ergebnis davon war, dass Miller 1980 begann, sich zunehmend seinen eigenen Arbeiten zu widmen. Millers bekannteste Arbeit inner- wie außerhalb der Comicbranche bleibt wahrscheinlich The Dark Knight Returns, eine dunkle Erzählung eines älteren Batman in der näheren Zukunft. Es beschreibt Batman als einen gewalttätigen, etwas verwirrten Ordnungshüter, Welten entfernt vom soften Weltverbesserer der TV-Serie aus den 60ern.


    Miller schrieb außerdem eine Reihe von Drehbüchern. Am bekanntesten sind RoboCop 2 und RoboCop 3. Nach RoboCop 3 gab Miller an, dass er nie mehr Hollywood zusammenarbeiten wolle, und das er niemandem mehr erlauben würde, seine Bücher zu verfilmen.. Er war angewidert von den andauernden Behinderungen der Studios bei seinen Drehbüchern.


    Millers Haltung zu Verfilmungen änderte sich aber, nachdem der Regisseur Robert Rodriguez ihm einen Kurzfilm vorlegte, der auf einer Sin City Kurzstory basierte. Rodriguez hoffte , Miller (und auch sich selbst) damit von der Machbarkeit einer Übersetzung des Comics ins Filmmedium zu überzeugen. Miller war so erfreut über das Ergebnis, dass er seine Zustimmung für eine Langversion gab.


    Der Film kam am 1. April 2005 in den USA heraus. Millers Original Comics wurden als Storyboards genutzt. Miller und Rodriguez waren gemeinsam Co-Regisseure, auch Rodriguez langjähriger Freund Quentin Tarantino durfte einen Tag lang im Regiestuhl Platz nehmen. Der Film war sowohl in den USA als auch in Deutschland ein Erfolg und brachte somit erneute Aufmerksamkeit für Miller und Sin City. Eine Fortsetzung, die auf den übrigen Sin City Büchern basieren wird, ist praktisch beschlossene Sache.



    Erklärung zentraler Begriffe :



    Erklärung Graphic Novel:


    Eine Graphic Novel (dt. meist illustrierter Roman) ist ein Werk des Mediums Comic. Sie hat typischerweise eine lange Form, im Gegensatz zu kürzeren Formen wie dem Comicbuch. Eine Graphic Novel muss kein in sich abgeschlossenes Werk sein, sondern kann auch zu einer noch größeren Erzählung gehören.


    Erklärung Film Noir:


    Der Begriff Film noir (franz. „schwarzer Film“) bezeichnet ein Genre der Filmkunst, das nicht klar abgegrenzt ist. Es wird im Deutschen häufig mit „Schwarze Serie“ umschrieben.


    Ein Versuch einer Definition stammt von Robert Sklar aus Movie-made America: A Cultural History of American Movies:


    Zitat

    „Das Kennzeichen des Film noir ist sein Sinn für in einer Falle sitzende Menschen – gefangen in einem Netz von Paranoia und Angst, unfähig, Schuld von Unschuld zu unterscheiden, echte Identität von falscher. Die Bösen sind anziehend und sympathisch [...]. Seine Helden und Heldinnen sind schwach, verstört. Die Umwelt ist düster und verschlossen, die Schauplätze andeutungsweise bedrückend. Am Ende wird das Böse aufgedeckt, aber das Überleben der Guten bleibt unklar und zwiespältig.“



    Verfilmung



    2005 erschien ein auf Sin City basierender gleichnamiger Kinofilm unter der Regie von Robert Rodriguez unter Mitarbeit von Frank Miller und Quentin Tarantino. Zahlreiche bekannte Schauspieler wie Bruce Willis, Mickey Rourke und Jessica Alba treten in der von der Kritik erstaunlich positiv aufgenommenen Verfilmung auf. Fortsetzungen sind für 2008 geplant.


    Der Film behandelt die Geschehnisse in The Hard Goodbye (Band 1), The Big Fat Kill (Band 3) und That Yellow Bastard (Band 4).
    Das aussergewöhnliche an dieser Verfilmung ist, das man den Look des Comics beibehielt. Der Film wurde komplett in Schwarz-Weiss gedreht. Nur hie und da werden Farben sichtbar. Beispielsweise Lippen, Kleider oder auch Blut, welches ja in rauen Mengen vorkommt, wurden zeitweise eingefärbt. Dies führt zu einem visuell überragenden Effekt.



    Stilmittel


    Der Film ist wie die Comics, die als Vorlage dienten, komplett in schwarz-weiß gedreht, einige wenige Elemente (wie z. B. Augen, Autos, Lippen oder Blut) sind jedoch farbig dargestellt (Colorkey-Technik). Dieser Effekt wurde dadurch erreicht, dass der Film in Farbe gedreht und erst später in hoch auflösendes Schwarz-Weiß konvertiert wurde. Sehr viele Szenen wurden dabei mit der Greenscreen-Technik gedreht.


    Greenscreen-Technik



    Sehr viele Szenen wurden eins-zu-eins aus den Comics übernommen. Die Schnitte sind zum Teil sehr hart, ebenso kommen in dem Film kaum Kameraschwenks, Kamerafahrten oder Kamerazooms vor. Einige Szenen sind als Scherenschnitt dargestellt. Die Figuren bewegen sich kaum, statt dessen sind sie und die Kamera derart positioniert, dass die entstandenen Bilder wie Einzelbilder aus einem Comic wirken.


    Um Zeiträume und Handlungen zu überbrücken, bleibt das Bild öfter für einige Zeit schwarz. Ungewöhnlich ist ebenfalls, dass die Gedanken der jeweiligen Hauptperson die Szenen direkt als O-Ton begleiten. Dies entspricht den Gedankenblasen im Comic. Für den Betrachter entsteht der Gesamteindruck, einen Comic mit menschlichen Darstellern zu sehen.




    Bearbeitete Bilder



    Entstehungsgeschichte


    Frank Miller schrieb den ersten Band ursprünglich als Fortsetzungscomic unter dem Titel Sin City im Comicmagazin Dark Horse Presents . Die Geschichte wurde von Kritikern und Fans hoch gelobt und ausgezeichnet, so dass im Frühjahr 1993 eine gebundene Version unter dem Titel The Hard Goodbye auf den Markt kam.
    Sin City war mittlerweile der Oberbegriff einer ganzen Reihe von Kurz- und Fortsetzungsgeschichten sowie mehreren längeren Comics geworden, die Miller viele Preise einbrachten und schließlich in dreizehn Bänden veröffentlicht wurden.


    Die zweite, zur Zeit erhältliche Auflage enthält folgende 7 Bände :
    1. Buch: The Hard Goodbye
    2. Buch : A Dame to Kill For
    3. Buch : The Big Fat Kill
    4. Buch : That Yellow Bastard
    5. Buch : Family Values
    6. Buch : Booze, Broads, & Bullets
    7. Buch : Hell and Back


    Auszeichnungen


    - Sin City wurde insgesamt elf Mal mit dem renommierten Eisner Award ausgezeichnet.


    - Frank Miller erhielt für seine Leistung den National Cartoonists Award.





    Miller Special erstellt von Dave Maurer

    I am inventing electricity, and you look like an asshole. You look like a fucking idiot.


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